Wie unsere Heumilchbauern den Wildbienen helfen

Von saftigen Wiesen kommt das gesunde und nährstoffreiche Futter für unsere Kühe als Grundlage für die gute Milch aus dem der beste Heumilchkäse entsteht. 85% aller landwirtschaftlichen Erträge hängen von der Bestäubungstätigkeit der Insekten ab. Wild- und Honigbienen und andere Blüten bestäubende Insekten spielen eine wichtige Rolle im gesamten Ökosystem, denn viele Pflanzen sind auf sie angewiesen. Mittlerweile sind jedoch eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht.

 

Die Landschaft veränderte sich in den letzten Jahrzehnten stark. Wertvolle Strukturen wie ungedüngte Wegränder, liegengelassene Holzhaufen am Waldes- und Wiesenrand, Hecken, Raine, wucherndes Altgras oder Brennnesseln verschwanden in vielen Regionen Österreichs. Diese sind aber wichtige Nist- und Lebensräume oder Rückzugsorte für Fauna und Flora in der landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft.

Kann so weiterhin bester Heumilchkäse entstehen?

Ja, denn unsere Woerle-Heumilchbauern sind sich ihrer Verantwortung bewusst und legen seit eh und je besonderen Wert auf hohe Naturverbundenheit und wirtschaften im Kreislauf mit und für die Natur. Dieses Denken bestimmt unser Tun!

Bauernfamilien haben sich 2017 freiwillig bereit erklärt, zusammen mit Gerrit Woerle und Experten der Universität Salzburg, federführend ein Projekt zur Grundlagenforschung zu starten, um langfristig den Lebensraum für Wildbienen und die biologische Vielfalt in der Grünlandwirtschaft zu erhalten.

Im Rahmen des Projekts wurden bei unseren Bauern in Randstrukturen mit liegengelassenen Holzhaufen, selten gemähten Böschungen und vergessenen Winkeln 91 verschiedene Bienenarten entdeckt. „Wahnsinn welcher Artenreichtum bei uns mit wenig Aufwand entstehen kann! Selbst fällt es einem oft gar nicht so auf.“, freut sich eine der Bäuerinnen und ein anderer Bauer stellt fest: „Das Eck war schon immer umständlich zu mähen. Jetzt darf dort eine Bienenwiese blühen und ich habe viel weniger Aufwand. Mit den Ergebnissen des Projekts habe ich sogar endlich etwas in der Hand, um die steilen Wegränderordentlich g’schlampert zu lassen und kann mit kritischen Nachbarn und Passanten über Nützlichkeit der Wildbienen sprechen.“

Gerrit Woerle und die Experten der Universität Salzburg sind von der Begeisterung der Bauern beeindruckt. Besonders freuen sie sich, dass die Bauern inzwischen mit dem gelernten Wissen sogar selbständig weitere bienenfreundliche Maßnahmen am eigenen Betrieb umzusetzen. Wichtig dabei ist die Abstimmung der Naturschutzmaßnahmen auf die Anforderung der Bewirtschaftung. Es dürfen keine Nachteile entstehen. „Im gemeinsamen Gespräch auf Augenhöhe können wir einfachste Maßnahmen entwerfen, die beiden Seiten nützen. Wir lernen viel von den Bauern. Gleichzeitig ist manchen gar nicht bewusst, was für wertvolle Flächen sie überhaupt haben.“ so einer der Experten.

Die Woerle-Heumilchbauern halten mit Stolz fest: Das Projekt wird auch zukünftig mit Engagement weitergeführt. Heumilch ist die ursprünglichste Form der Milchgewinnung und uns liegt die naturnahe Bewirtschaftung am Herzen. Wir wollen weiterhin freiwillig unsere regionale Natur mitgestalten, Bewusstsein schaffen und unser Wissen untereinander weitergeben. Denn bestes Futter für unser Kühe und bester Käse geht nur gemeinsam!