Lustige Kuh Fakten

Am 9. Juli feiern wir den Tag der Kuh! Grund genug, uns ein wenig intensiver mit diesen wunderbaren Tieren zu beschäftigen. Wusstest du zum Beispiel, dass Kühe Höhenangst haben? Oder dass sie 200 Liter Speichel pro Tag produzieren? Hier kommen 10 kuriose Fakten über Kühe.

1. Was für eine Sabberei!

Durch das Wiederkäuen von bis zu 100 Kilogramm Gras produziert eine Kuh täglich 200 Liter Speichel. Dafür sind unglaubliche 30.000 Kaubewegungen nötig!

2. Schneide .. zahnlos

In der oberen Beißleiste haben Rinder keine Schneidezähne. Sie brauchen auch keine, da sie Grasbüschel einfach mit ihrer Zunge umschließen und abreißen und mit ihren Backenzähnen zermahlen.

3. Rind oder Kuh?

Als Kuh gilt ein weibliches Rind, das bereits gekalbt hat. Wenn wir von Kühen reden, meinen wir aber im Allgemeinen sämtliche Rinder.

4. Kühe machen .. boeh

.. zumindest in den Niederlanden. Während sie im deutschsprachigen Raum „Muh“ machen, ist es in England „moo“ oder in Nowegen „bø“.

5. 360 Grad Rundblick

Kühe haben immer alles im Blick, sie haben nämlich einen 360 Grad Rundblick. Allerdings sehen sie verschwommen und die Farbe Rot erkennen sie überhaupt nicht.

6. Kuschelmodus

Kühe sind sehr soziale Wesen. Sie können mindestens 50 Artgenossen erkennen und stellen sich gern zu ihren „Freunden“ auf der Weide.

7. In der Ruhe liegt die Kraft

Kühe lieben es, zu ruhen. Eine Kuh legt sich deshalb fünf- bis zehnmal Mal am Tag hin und verbringt bis zu 12 Stunden mit Ruhen.

8. Mit allen Sinnen

Kühe können dich schon aus 10 Kilometern riechen. Auch der Gehörsinn ist stark ausgeprägt. So können Kühe auch sehr tiefe und sehr hohe Frequenzen hören, die wir Menschen nicht wahrnehmen.

9. Schlaues Köpfchen

Kühe sind nicht dumm, im Gegenteil. Sie können beispielsweise den Hebel einer Wassertränke betätigen, um zu trinken oder mit ihrem Kopf auf einen Knopf drücken, um Futter zu erhalten.

10. Achtung Treppe

Kühe sind zwar clever, sie haben aber Höhenangst und können ihre Knie nicht sehr gut beugen. Daher können sie theoretisch eine Treppe hinauf-, aber schlecht wieder herabsteigen.

Wie ihr den Kühlschrank
richtig einräumt

Wie ihr den Kühlschrank richtig einräumt und dadurch die Umwelt schont

Jeder spricht von der Klimakrise und spätestens seit Greta Thunberg hat auch bei so manchem Jugendlichen ein Umdenken eingesetzt. Oft reichen schon kleine Schritte, um eine große Wirkung zu erzielen. Wusstet ihr zum Beispiel, dass ihr viel Strom sparen könnt, wenn ihr euren Kühlschrank richtig einräumt – und dass die Lebensmittel dann auch länger frisch bleiben?

Woerle Kühlschrank richtig einräumen

Ein Kühlschrank hat mehrere Temperaturzonen. Im oberen Bereich ist es wärmer, im unteren kühler. Und im Frischefach für Obst und Gemüse, welches meistens im untersten Bereich des Kühlschranks ist, ist die Temperatur wieder höher. Daher ist es sinnvoll, Lebensmittel je nach Kühlbedarf in das richtige Kühlschrankfach zu räumen. Ins oberste Fach (7-10 Grad) gehören Marmeladen, Eingelegtes, Soßen und nicht ganz so leicht verderbliche Lebensmittel. Im mittleren Fach bewahrst du Milchprodukte wie Topfen, Joghurt, Sahne, Milch sowie Eier oder Dressings auf. Ins untere Fach (4-5 Grad) gehören die leicht verderblichen Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Wurst. Ins Gemüsefach gehören Salat, Obst und Gemüse. In den Türfächern ist Platz für Senf, Ketchup, angebrochene Glaskonserven, Butter und Margarine. Was viele nicht wissen: Milch sollte hier nicht aufbewahrt werden, da die Temperatur zu hoch ist.

Was kommt nicht in den Kühlschrank?

Einige Obst- und Gemüsesorten sind kälteempfindlich und sollten nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dazu gehören die Obstsorten Ananas, Avocado, Bananen (werden braun), Granatapfel, Mango, Zitrusfrüchte sowie folgende Gemüsesorten: Gurken, Kartoffeln, Knoblauch und Zwiebel, Auberginen, Tomaten, Zucchini. Damit keine Lebensmittel verderben, solltet ihr auf Übersichtlichkeit im Kühlschrank achten. Nur so könnt ihr das Mindesthaltbarkeitsdatum gut im Auge behaltet. Generell sollte der Kühlschrank nicht zu voll eingeräumt sein, sonst kann keine Luft zirkulieren und die Lebensmittel werden nicht optimal gekühlt.

Käse richtig aufbewahren

Wie sieht es nun mit dem Käse aus? Er sollte im obersten Fach gelagert werden, weil dort die Aromastoffe am besten erhalten bleiben. Käse mag keine Extreme, er sollte also weder zu kalt noch zu warm gelagert werden. Bedenkt immer, dass Käse nachreift, außer er wird zu kalt gelagert (unter 4 Grad Celsius), denn dann verliert er an Aroma.

Wichtig ist, dass der Käse atmen kann, sonst trocknet er aus. Deshalb ist eine luftdurchlässige Verpackung, wie es beim Käsepapier der Fall ist, ideal. Wenn es unbedingt Frischhaltefolie sein muss, deckt damit nur die Schnittfläche ab, damit der Käse über die Rinde atmen kann. Ideal ist eine Käseglocke, die luftdurchlässig ist. Auf diese Weise wird auch verhindert, dass der Käse den Geruch von anderen stark riechenden Lebensmitteln aufnimmt. Käse sollte übrigens nur im Notfall eingefroren werden, da er dadurch seinen Geschmack verliert.

 

Woerle Kühlschrank richtig einräumen

Käse nachhaltig lagern, Stichwort #ZeroWaste: Bienenwachstücher

Eine tolle Alternative zu Frischhaltefolie, Alufolie und Co. sind Bienenwachstücher. Ihr könnt sie aus geschmolzenem Wachs, Baumwoll- oder Leinentüchern und etwas Pflanzen- oder Kokosöl leicht selber machen. Sie sind ganz einfach abwaschbar und wieder verwendbar! Sie sind atmungsaktiv und haben sogar eine antiseptische Wirkung. Sie schützen euren Käse wie eine natürliche Schutzhülle und halten ihn lange frisch. Ein Tipp: Verwendet für Käse immer dasselbe Tuch, da es das Aroma aufnimmt.

Käse richtig genießen

Zu guter Letzt noch ein Tipp zum genussvollen Käse-Verzehr: Nehmt den Käse ca. 30 Minuten vor dem Essen aus dem Kühlschrank (dies gilt allerdings nicht für Frischkäse). Das Aroma entfaltet sich ab einer Temperatur von ca. 16 Grad Celsius. Wenn Käse zu kalt serviert wird, kann er sein volles Käsearoma nicht entfalten. Wir wünschen guten Appetit und lasst euch den Käse gut schmecken!

Heumilch für mehr Kuhwohl

Unsere Kühe fühlen sich pudel .. äh .. kuhwohl!

Wohlfühlen bedeutet, sich gut fühlen, genießen, auskosten. Bei der Kuhwohlinitiative geht es um das Wohlgefühl der Kühe. Was dieses Kuhwohl mit Heumilch zu tun hat? Viel!

Wenn es uns richtig gut geht, sprechen wir von „wohl“ fühlen. Und auch Tiere möchten sich wohlfühlen. Deshalb hat die Arge Heumilch vor zwei Jahren die Kuhwohl-Initiative gestartet. Sechs Prinzipien und Maßnahmen sorgen dafür, dass es den Tieren besser geht als in der konventionellen Massentierhaltung.

Mmmmh, das schmeckt! Artgemäße Fütterung

Wusstet ihr, dass Kühe bis zu acht Kilometer weit riechen können? Kein Wunder, dass sie für die schmackhaftesten Kräuter und Gräser auf der Alm weite Strecken zurücklegen. Im Winter gibt es Heu und sonst nichts, außer etwas mineralstoffreichen Getreideschrot. Und der muss aus Europa stammen und kontrolliert gentechnikfrei sein. Tabu sind vergorene Futtermittel (Silage usw.).

Woerle Kuhwohl
Woerle Kuhwohl

Mehr Freiheit! Auslauf für Heumilchkühe

Heute Weide, morgen Alm: Viel frische Luft und Sonne sind sehr wichtig für die Gesundheit von Kühen. Daher halten wir unsere Heumilchkühe im Laufstall, wo sie nicht dauerhaft angehängt sind, oder ermöglichen ihnen mindestens 120 Tage Auslauf übers Jahr.

Frisches und klares Wasser fürs Wohlbefinden

Wusstet ihr, dass Kühe bis zu 120 Liter Wasser pro Tag brauchen, damit sie sich wohlfühlen? Kein Wunder, denn das ständige Wiederkäuen ist anstrengend. Wasser muss daher immer gut erreichbar sein und in ausreichendem Maß verfügbar sein.

Woerle Kuhwohl
Woerle Kuhwohl

Auf Du und Du mit der Kuh! Persönliche Betreuung

Der Heumilchbauer kennt alle seine Kühe beim Namen und weiß ihre Vorlieben. Das ist möglich, weil er durchschnittlich nur etwa 25 Kühe hat. Morgens, wenn er zum Melken kommt, begrüßt er sie. Er richtet ihnen einen gemütlichen Liegeplatz ein, denn wusstet ihr, dass Kühe ca. 12 bis 14 Stunden am Tag ruhen? Bestimmt träumen sie von frischen Gräsern und erfrischenden Bächen. 😉

Vorsorge ist gut, Kontrolle ist besser: Tiergesundheit

Die Gesundheit unserer Heumilchkühe liegt uns sehr am Herzen. Deshalb sind alle Heumilchbauern Mitglied beim Tiergesundheitsdienst – ein Verein zur Sicherung und Verbesserung der gesundheitlichen, hygienischen und damit auch wirtschaftlichen Bedingungen bei der Nutztierhaltung. Regelmäßig kommt der Tierarzt vorbei und prüft, ob es den Kühen gutgeht.

Woerle Kuhwohl

Mehr dazu unter heumilch.com

Nachhaltiges Picknick im Grünen

Essen in der frischen Luft und als Geräuschkulisse zwitschernde Vögel und zirpende Grillen: Als Alternativprogramm zu Schwimmbadbesuchen bietet sich ein Picknick im Grünen an. Und wer die Natur liebt, sollte auch rücksichtsvoll mit ihr umgehen. Daher geben wir euch heute Tipps für ein nachhaltiges Picknick im Grünen.

  • Am besten, ihr startet schon bei der Anreise mit einer Extraportion Nachhaltigkeit und fährt mit dem Fahrrad zum Picknickplatz oder geht zu Fuß.
  • Um Verpackungsmüll zu vermeiden, solltet ihr auf Convenience Produkte verzichten und auf Selbstgerechtes zurückgreifen. Am besten ihr orientiert euch bei der Auswahl der Zutaten nach den Jahreszeiten und wählt Saisonales. Derzeit gibt es eine große Auswahl an Obst und Gemüse wie beispielsweise Erdbeeren oder Radieschen. Wie wäre es mit feinen Obstspießen?
  • Gut mitnehmen lassen sich gefüllte Brote, Käse, Quiches, Fleischlaberl, Gemüsesticks mit selbst gemachten Dips, Salate mit Bulgur oder Couscous mit Gemüse. Letztere könnt ihr ganz einfach in ein verschließbares Glas schlichten.
Woerle Heumilchgeschichten Picknick
  • Die Brote könnt ihr in ein Wachstuch wickeln. Das ist die beste wiederverwertbare Alternative zu Alufolie oder Frischhaltefolie. Wachstücher gibt es bei verschiedenen Anbietern zu kaufen. Ihr könnt sie auch selbst aus Stoffresten und Bienenwachskerzen herstellen. Brotdosen aus Edelstahl eignen sich ebenso gut für den Transport.
  • Auch zum Einweggeschirr gibt es Alternativen, wie etwa wiederverwendbares, bruchsicheres Geschirr aus Bambus. Oder ihr nehmt einfach das hauseigene Besteck und ein paar Teller mit, so extrem ins Gewicht fallen diese auch wieder nicht. 
  • Wenn ihr bei der Wahl des Picknickplatzes darauf achtet, dass in der Nähe ein Trinkwasserbrunnen ist, spart ihr euch das Mitnehmen von Wasserfalschen. Ansonsten gilt hier: Edelstahl und Glas statt Plastik!
  • Verzichtet bitte auch auf Plastikstrohhalme: Es können bis zu 500 Jahre vergehen, bis sie abgebaut sind, und selbst dann bleibt noch Mikroplastik im Boden zurück.
Hier noch einige ganz einfache Picknick-Rezeptideen mit Käse:
  • Spaghetti-Käse-Muffins schmecken köstlich: das Rezept findet ihr hier.
  • Warm oder kalt zu genießen: Bauern Flammkuchen mit Bergkäse
  • Wie wäre es mit Brotscheiben mit Mondseer Raclette und Kürbiskernpesto? 
  • Für ein Picknick bestens geeignet sind Großglockner Tomaten KekserlKäse-Kräuter-Fächerbrötchen mit Auberginendip, Käsechips mit Kräutern und Avocado-Dip oder Käsekuchen mit getrockneten Tomaten
  • Oder wie wäre es mit saftigen Käsewaffeln?
  • Schinken-Käse-Schnecken: Diese sind ganz einfach und schnell mit Blätterteig, dünn geschnittenem oder geriebenem Käse und Schinken, zubereitet. Eventuell könnt ihr zusätzlich etwas Sauerrahm verwenden.
  • Wraps: ihr könnt einen normalen Pfannkuchenteig machen und ihn mit Salat, Paprika, Tomaten und Käse füllen oder mit Hähnchenbrust und Mais. 
  • Quiche: Quiches könnt ihr mit Mürbteig zubereiten. Ob ihr euch für einen Quiche Lorraine mit Speck, Eiern und Käse entscheidet oder eine Karotten-Zucchini-Tarte zaubert, bleibt euch überlassen.
  • Nudelsalat mit Käse: Mit frischen Radieschen, Käse, Paprika und Cocktailtomaten kommt ein Nudelsalat immer gut an.

Na dann: Mahlzeit!

Mit Biene, Hummel & Co ins artenreiche Frühjahr

Das Frühjahr steht vor der Tür. Die Welt leuchtet, alles wird bunt. Wir freuen uns über die ersten Schneeglöckchen, Krokusse und Hyazinthen, die ihre Köpfchen aus der Erde recken. Doch noch größer ist die Freude bei den Frühstartern unter den Wildbienen und Schmetterlingen, die teilweise bereits ab Februar durch die milden Temperaturen ins Freie gelockt wurden. Im Frühjahr werden Pollen und Nektar nicht nur für den Nachwuchs, sondern auch dringend für den eigenen Energiehaushalt benötigt. Nach den Wintermonaten sind ihre Reserven aufgebraucht und der Hunger ist groß, sodass sie als erstes auf Nahrungssuche gehen. Die Frühblüher zählen daher zu den wichtigen Wildbienen-Pflanzen und dienen den hungrigen Wildbienen als Futterquellen.

Wiesen und Weiden sind ein wertvoller Lebensraum – nicht nur für die Heumilchkühe

Während die heimischen Gärten immer mehr Schotter und Kies in den schillerndsten Farben und Körnungen zeigen oder schon emsig die Vorbereitungen für eine möglichst makellose Rasenfläche im Sommer getroffen werden, liegen die Kriterien für perfekte landwirtschaftliche Wiesen in Österreichs größter Heumilchregion ganz woanders: Wenn die ersten Sonnenstrahlen den Schnee schmelzen und die Wiesen wieder grün werden lassen, findet man bis zu 50 verschiedene Arten an frischen Gräsern und Kräutern auf den Mager-, Trocken- und Feuchtwiesen, die die Woerle-Bauern bewirtschaften. Die kunterbunte Pflanzenwelt ist nicht nur wunderschön anzusehen, sondern bietet auch einen perfekten Lebensraum für zahlreiche Insekten und kleinere Tiere.

Frühjahrsgarten der Bäuerinnen – die perfekte Komposition aus Blumen, Kräutern, Obst und Gemüse

Mit der richtigen Auswahl an Frühblühern finden hungrige Bienen und Insekten vom Frühjahr bis zum Sommer Futter in den Gärten unserer Bäuerinnen. 

Übrigens: Hummeln sind die wahren Frühstarter unter den (Wild-)bienen und Insekten. In manchen Jahren sind sie bereits ab Februar bei Wind und Wetter unterwegs, wenn andere Bienen lieber noch im warmen Nest bleiben. Während viele Insekten erst ab 5 °C aus dem Winterschlaf erwachen und Honigbienen warten, bis das Thermometer über 10 °C steigt, starten Hummeln bereits bei Temperaturen um 2 bis 3 °C mit der Nahrungssuche. Dabei sind sie gründlich und sehr fleißig, im Vergleich zur Honigbiene fliegen sie täglich 3- bis 4-mal so viele Blüten an – selbst bei Schmuddelwetter. Hummeln tragen also durch ihre Bestäubungsleistung wesentlich zur Arten- und Sortenvielfalt bei und sind somit besonders wertvoll für die Erhaltung der Biodiversität.

Kornelkirsche

Frühjahrsarbeiten der Imker unter den Woerle-Milchbauern

In den Wintermonaten in regelmäßigen Abständen am Bienenstock, ob die Fluglöcher frei sind, damit die Bienen an schönen Tagen ungehindert ausfliegen können. Wenn die Temperaturen jedoch auf über 15 °C steigen wird es für die Imker Zeit den großen „Frühjahrscheck“ zu machen. Die Bienen sind schon wieder fleißig auf dem Weg zu den ersten frühblühenden Pflanzen, um deren Nektar und Pollen zu sammeln. Aber wie oft fliegen sie aus? Ist noch genügend Futter im Stock vorhanden, damit die Bienen neben dem noch spärlichen Futterangebot durch die Frühblüher draußen, auch wirklich ausreichend satt werden? Wie geht es der Brut? Ist der Stock sauber und aufgeräumt? – Wenn alles in Ordnung ist kann sich das Volk im Frühjahr rasch und gesund zu einem starken Volk entwickeln.

Hier stellen wir Euch einige unserer Milchbauern vor, die sich nicht nur 365 Tage liebevoll um ihre Honigbienen kümmern, sondern gleichzeitig durch ihre Wirtschaftsweise die gesamte Artenvielfalt stärken und den Lebensraum der Wildbienen und anderer Insekten erhalten:

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Josef Liebewein, Woerle-Milchbauer, Mondsee – „Wir haben schon seit Generationen Bienen. Ich bin stolz darauf, wenn ich meine Bienen gesund und munter über den Winter bringe, sie leisten so einen wichtigen Beitrag für unsere Natur.“

Matthias Ebner, Woerle-Milchbauer, Mondsee – „Wir haben seit 1948 Honigbienen am Hof. Es gibt fast keinen Tag, an dem ich nicht zu meinen Bienen schaue. Für mich ist es wichtig, dass die Honigbienen erhalten bleiben, weil sie einen großen Nutzen für uns Bauern haben.“

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Fam. Vizthum, Woerle-Milchbauern, Perwang – „Wir gehen oft nach der Stallarbeit zu den Bienen. Es ist so entspannend und gleichzeitig faszinierend anzuschauen was die Bienen alles leisten. Sie sind so fleißig und jede Biene im Volk hat ihre feste Aufgabe und weiß was sie zu tun hat.“

Elisabeth Stöllinger, Woerle-Milchbäuerin, Thalgau – „Für mich gehören Bienen und Landwirtschaft einfach zusammen. Ich würde mir wünschen, dass mehr auf die Bienen geachtet wird und wieder mehr Blütenpflanzen stehen bleiben, damit sie ausreichend Nahrung finden.

Fotos: Diana Reuter, Konrad Steiner, Petra Wimmer

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Heublütenfreie Zeiten –
So überwintern die Wildbienen

Wenn es draußen frostig kalt ist und der Schnee fällt, wärmen wir Menschen uns gerne im trauten Heim und genießen die Gemütlichkeit. Die Milchkühe sind in den kalten Monaten gut durch ihr Winterfell geschützt und werden von den Woerle-Bauern liebevoll umsorgt. Der Imker hat die Honigbiene rechtzeitig auf den Winter vorbereitet und sie kuschelt schon lange dicht an dicht zusammen mit ihrem Volk sicher und mollig warm im Stock.  Aber was machen die Wildbienen während der monatelangen Kälte?

Heublütenfreie Zeiten – So überwintern die Wildbienen

Wildbienen und Hummeln – Einzelgänger

„Im Gegensatz zu Honigbienen leben die meisten Wildbienenarten als Einzelgänger und bilden meist keine oder wenn nur einjährige Völker. Die Wildbiene lebt in der Regel ca. 4 – 8 Wochen und erlebt den Winter meist gar nicht.“ erklärt Ökologe Prof. Dr. Stefan Dötterl „Die Weibchen sterben im Sommer, nachdem sie ihre Eier in geeignete, mit ausreichend Nektar und Pollen ausgestattete und anschließend gut verschlossene und geschützte Nistplätze wie beispielsweise in Altholz, selbstgegrabenen Erdgängen oder holen Pflanzenstängel abgelegt haben. Die Brut ist sich während ihrer Entwicklung im Winter selber überlassen und schlüpft erst im Frühjahr als neue Generation Bienen. Es gibt aber auch Wildbienen, wie die Blauschwarze Holzbiene, die gemeinsam als Paar in oberirdischen Hohlräumen überwintern und sich erst im Frühjahr vermehren.“

Hummeln sind große, flauschige Wildbienen, leben aber ähnlich wie Honigbienen in Nestern. Im Frühjahr bilden die Königinnen Nester, aus denen über den Sommer ein Volk mit bis zu 100 Hummeln entsteht. Im Spätherbst stirbt ein Großteil des Volkes. „Bei den Hummeln überwintern nur befruchtete Jungköniginnen, die sich ihr Winterquartier selber aussuchen. Im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen, schwärmen sie aus und bilden ihr eigenes Volk.“, weiß Insektenkundler Prof. Dr. Johann Neumayer.

Wie die Woerle-Milchbauern den Wildbienen über den Winter helfen

„Wir haben die vergangen Jahre im Rahmen des Woerle-Projektes so viel neues über die Wildbienen dazugelernt. Wir schauen seitdem gerade zum Winter hin noch viel bewusster darauf, dass ausreichend Nistmöglichkeiten für Insekten vorhanden sind“, berichtet eine der teilnehmenden Milchbäuerinnen. „Bei uns bleiben beispielsweise extra die abgeschnittenen, verholzten Stängel der Pflanzen stehen. Und schaut mal wie viele Bienen sich in dem Totholzstamm eingenistet haben – wir sind mit Stolz g’schlampert“, lacht die Bäuerin.

Jeder kann die Wildbienen im Winter unterstützen

Nistplätze sind im Winter ein unerlässlicher Bestandteil des Lebensraumes für die Wildbienen. Fast die Hälfte aller Wildbienen nistet unter der Erde. Sandhaufen und Lehmflächen im Garten sind wertvoller Raum. Morsches Holz, trockene Pflanzenstängel, abgeschnittene Schilfhalme, sogar leere Schneckenhäuser bieten den Bienen geeignete Nistplätze für ihre Nachzucht.

Wer Wildbienen und anderen Insekten über den Winter helfen möchte kann beispielsweise im eigenen Garten:

  • ein größeres Stück unbehandeltes Altholz mit 3 – 9mm großen Bohrlöchern versehen und an einem regen- und windgeschützten Ort platzieren
  • abgestorbene Stängel von Holunder, Rose, Königskerzen, Brombeeren, Himbeeren, etc. über den Winter stehen lassen
  • „wilde Ecken“ im Garten anlegen, wo Altgras wuchern darf
  • Natursteine aufschichten
  • leere Schneckenhäuser liegenlassen

Wo sind sie hin -
halten Insekten Winterschlaf?

Wo sind sie hin - halten Insekten Winterschlaf?

Wo sind Schmetterlinge, Marienkäfer, Libellen und Heuschrecken im Winter?

Die Tage werden kürzer, draußen ist es frostig kalt und ungemütlich. Der fleißige Gartenbesitzer hat schon längst im Herbst angefangen, seinen Garten winterfest zu machen. Hecken werden geschnitten, Sträucher ausgelichtet und vertrocknete Pflanzenstängel abgeschnitten, Totholz geschreddert, Fallobst aufgesammelt, der Rasen ein letztes Mal geschnitten und das Laub weggekehrt. Der zufriedene Gärtner freut sich, wie sauber doch alles ausschaut, während er sich vielleicht wundert wo denn all die Insekten hin sind, die gerade noch über seine Wiesen geflogen oder im Laubhaufen gekrabbelt sind. Im Winter scheinen sie wie vom Erdboden verschluckt. Man sieht und hört nichts von ihnen. Aber wo sind sie hin? Und sind sie rechtzeitig zur Blütezeit wieder da?

Insekten im Winter

Während die Insekten in der Sommerzeit mit vollem Einsatz Nektar und Blütenstaub sammeln und so zur Vermehrung der Pflanzen beitragen, durch die Verdauung von Pflanzenresten die Bodengesundheit fördern oder als Nahrung für andere Insekten dienen und dadurch das Verhältnis der unterschiedlichen Arten regulieren, schaut es in frostigeren Zeiten ganz anders aus. Im Winter sind sie gezwungen, sich geeignete Winterquartiere zu suchen, um die monatelange Kälte auszuhalten und sich oder ihre Brut vor Feinden zu schützen. Dabei ist die Auswahl der Plätze, die sie aufsuchen, bereits vererbt in ihren Genen festgelegt.

Sie sind im Winter also nicht etwa ausgestorben, sondern schlummern um uns herum und gönnen sich eine ausgedehnte Auszeit, bevor der „Stress“ im Frühjahr wieder los geht. Die Devise hierbei heißt: rechtzeitiger Rückzug. Die Insekten brauchen jetzt gut geschützte Plätze wie beispielsweise abgestorbene Pflanzenreste, herabgefallene Blätterhaufen, die Möglichkeit, sich in das Holz der Bäume einbohren oder im Boden eingraben zu können. Jede Insektenart hat ihre eigene „angeborene“ Überwinterungsstrategie, um in frostiger Umgebung zu überleben: sie überwintern gut inaktiv als Ei, Larve oder Puppe, sie stellen Ihren Stoffwechsel um, schotten sich mit selbstgemachten Isolierwänden ab oder imprägnieren ihren Körper gegen die Kälte. Manche Arten produzieren sogar ihr eigenes „Frostschutzmittel“ als Schutz vor dem Erfrieren, während sie in der Kältestarre verharren.

Heublumenwiese – ein Paradies der Vielfalt?

Die nachhaltige Heubewirtschaftung trägt als ursprünglichste Form der Landwirtschaft seit eh und je entscheidend zur Förderung der Artenvielfalt und zum Schutz der Umwelt bei. Die heimischen Lebensräume werden durch die Arbeit der Bauern gepflegt und wertvolle Ressourcen geschont. Durch das Grasen der Kühe auf den Wiesen, Weiden und Almen bekommen die Pflanzen Wachstumsimpulse und somit ist keine permanente Nachsaat notwendig. Auf den Wiesen wachsen bis zu 1.000 verschieden Gräser und Kräuter. Diese hohe Pflanzenvielfalt auf den bewirtschafteten Heuwiesen sorgt dafür, dass weniger Dünge- und Pflanzenschutzmittel erforderlich sind als auf intensiv genutzten Flächen. Alles hat seine Zeit – um die Artenvielfalt auf den Heublumenwiesen zu erhalten und darüber hinaus zu fördern, dürfen die Wiesen länger reifen und werden erst gemäht, wenn die vielen Gräser und Kräuter in voller Blüte stehen und die Artenvielfalt am größten ist. So haben Tiere und Insekten Platz zum Verstecken und finden immer etwas zu fressen. Die Woerle-Milchbauern nehmen dabei in Kauf, dass sie um ein bis zwei Wiesenschnitte pro Sommer weniger haben.

Je größer die Artenvielfalt, desto stabiler ist das Ökosystem und desto besser kann es auf Veränderungen wie den Klimawandel reagieren. Und davon profitiert auch der Mensch mit einer hohen Lebensqualität und dem natürlichen Genuss von bester Qualität und bestem Geschmack des (Heumilch-)Käses.

 

Wo sind sie hin - halten Insekten Winterschlaf?

 

 

Artenschutz in Bauernhand – Wie helfen die Woerle-Milchbauern den Insekten denn im Winter?

Im Rahmen von „Artenschutz in Bauernhand“ möchten die Woerle-Milchbauern aufzeigen, dass Artenschutz und Landwirtschaft keine Gegensätze, sondern alleine durch das von jeher nachhaltige auf Generationen aufgebaute Denken und Handeln untrennbar miteinander verbunden sind. Oftmals fehlt uns einfach nur das Bewusstsein für die vielfältigen Leistungen in der Landwirtschaft oder auch das genauere Hinschauen, d‘rüber Reden und Wahrnehmen. Allein mit liegengelassenen Holz- oder Laubhaufen, alten Obstbäumen, Blühstreifen, selten gemähten Böschungen und trockenen G‘stetten schafft man neue, wichtige Lebensräume, Kinderstube und Rückzugsorte für viele wertvolle Insekten- und Pflanzenarten. So kann die bestehende Artenvielfalt mit einfachsten Maßnahmen weiter gefördert werden.  Die Woerle-Milchbauern möchten im Laufe der nächsten Jahre in verschiedenen Projekten ihr Wissen mit einbringen, sich gemeinsam weiterentwickeln und durch Information andere dazu animieren, die Tier- und Pflanzenvielfalt zu fördern.

Wir sind stolz darauf was wir bereits von Beginn an TUN und zukünftig gemeinsam neu (er-) schaffen und freuen uns über jeden Einzelnen, den wir zum Mitmachen motivieren.

 

Vielfalt am Betrieb

Woerle-Milchbauern engagieren sich bewusst für mehr Artenvielfalt

Liegengelassene Holzhaufen, alte Obstbäume, Blühstreifen oder selten gemähte Böschungen – rund um den landwirtschaftlichen Betrieb gibt es eine unheimlich große, oft nicht bewusst wahrgenommene und dennoch wertvolle Vielfalt an Leben!

Die Woerle-Milchbauern sind von Haus aus naturverbunden, wirtschaften seit eh und je im Kreislauf mit und für die Natur. Neben den saftigen Wiesen gibt es auf jedem Bauernhof ertragsarme bzw. oft als „schlampert“ angesehene Strukturen, wie vergessene Winkel mit wucherndem Altgras oder vertrockneten Brombeerstauden und Brennnesseln, selten gemähte und scheinbar ungepflegte Böschungen, Raine oder Lesesteinhaufen. Diese häufig zu wenig beachteten Flächen sind Lebensraum, Kinderstube und Rückzugsort für wertvolle Pflanzenarten, Wildbienen, Laufkäfer, Schmetterlinge, Zauneidechsen und Nützlinge aller Arten – also ein Paradies der Vielfalt.

Um die Besonderheiten und Naturschätze rund um den Bauernhof selbst zu entdecken hat das Österreichische Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung (ÖKL) das Projekt „Vielfalt auf meinem Betrieb“ ins Leben gerufen. Es geht ums genaue Hinschauen, d’rüber Reden und Wahrnehmen der eigenen Biodiversität. Die Landwirtschaft leistet einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Natur, welcher durch das Projekt wieder mehr ins Bewusstsein der BewirtschafterInnen und der Öffentlichkeit gerückt werden und dadurch den Zusammenhang zwischen Bewirtschaftung und Biodiversität verständlich machen soll.

Speziell geschulte Bäuerinnen und Bauern erstellten bei einer freiwilligen Betriebsbesichtigung gemeinsam mit den Bauern ein individuelles Biodiversitäts-Portfolio von ihren Höfen. Der vorhandene Artenreichtum wird so bewusst gemacht und kann oft mit einfachsten Maßnahmen gefördert werden. So gibt es beispielsweise Laufkäferarten, die Engerlinge und Schnecken fressen. Welcher Bauer möchte nicht gerne mehr solcher Gäste auf seinen Wiesen haben? – Die Woerle-Milchbauern dürfen und sollen stolz sein auf ihre Biodiversität.

Wir bedanken uns bei den landwirtschaftlichen Betrieben

Nur wenige Monate nach dem Start dieser Initiative dürfen wir uns heute bereits bei 20 unserer Milchbauern für ihre Bemühungen um den Artenreichtum bedanken und wollten dies mit einer persönlichen Anerkennung honorieren. Die 20 teilnehmenden Betriebe sind der Ruappenbauer in Straßwalchen, Hagenwaldmühle in Neumarkt, Scheitzenberg in Hallwang, Stummer, Mühlbauer und Lettner-Hingern in Zell am Moos, Tauchnerhof in Mattsee, Auer in Innerschwand am Mondsee, Brenner, Grasmann und Unterkapell in Seekirchen, Riedlbauer, Joglbauer und Stiedlbauer in Henndorf, Tumpingerbauer in Mondsee, Winkler und Mackl in Friedburg, Hauss in Palting, Vorderfreiling in Eugendorf sowie Glückerbauer in Köstendorf. Dabei erhielt jeder teilnehmende Betrieb eine große Alu-Hoftafel, wo die individuellen Maßnahmen anschaulich bebildert dargestellt werden.

Schauts her, so schaut die Vielfalt bei den Woerle-Milchbauern aus:

Braumann-(12)
Seiler-(6)
Huber-(10)
Seiler-(12)

Heumilchbauern erzählen...

Margot und Otto Gastberger vulgo Auswöger

Margot Gastberger und ihr Sohn Otto sind Heumilchbauern aus Leidenschaft. Otto liebt den Geruch des Heus und erinnert sich gerne daran zurück, wie er als Kind ins Heu gehüpft ist.  

Er möchte die ursprünglichste Art der Bewirtschaftung weiterführen, damit auch kommende Generationen sie kennenlernen dürfen. Mehr dazu im Video.

Vom Grasbüschel zum lebenden Paradies

Warum sogar Kuhfladen wichtig für die Artenvielfalt sind

Die Kühe der Woerle-Milchbauern sind Meister der naturnahen Landschaftspflege. Wenn sie beispielsweise an Gehölzen beißen oder sich daran scheuern, entsteht Totholz und beim Spazieren auf der Wiese entstehen Bodenvertiefungen. Genau an solchen Stellen leben Wildbienen, Laufkäfer oder auch Pflanzen. Allein durch das Grasen auf Weiden und Almen bekommen Pflanzen Wachstumsimpulse. Ohne Nachsaat entstehen so saftige, artenreiche Wiesen mit bis zu 1.000 verschiedenen Pflanzenarten. Eine hohe Pflanzenvielfalt bedeutet nährstoffreiches Futter und gesunde Kühe. Die Heumilchkühe bekommen im Sommer eine Vielzahl an saftigen Gräsern und frischen Kräutern, von denen sie einen Teil verwerten und den Rest als Kuhfladen auf den Boden plumpsen lassen.

Artenreiche Wohngemeinschaft

Was für den einen vielleicht bei spätsommerlichen Wanderungen eklig und störend ist, ist für den anderen wichtiger Lebensraum. Ein frischer Kuhfladen wiegt bis zu 2 kg und eine Kuh produziert 8 bis 10 Fladen pro Tag. Insekten lieben diese Kuhfladen. Mehr als 1.000 Insekten können sich von einem Kuhfladen ernähren – hochgerechnet versorgt eine Heumilchkuh so zwei Millionen Fliegen und Käfer pro Jahr. Sogar Schmetterlinge schlecken vorhandene, auskristallisierte Salze aus den Fladen. Die auf Kuhfladen spezialisierten Insekten oder deren Larven sind wiederum Nahrungsgrundlagen für unzählige Vogelarten. Viele Insekten und Käfer nutzen die Haufen als Brutstätte für ihre Eier oder graben in der Erde darunter, sichere und warme Kinderstuben für ihre Larven und lockern den Boden dabei auf. In den Kuhfladen stecken noch wichtige Restnährstoffe und Samen von Pflanzen, die durch die grabenden Insekten in den Boden gelangen und so die Bodenfruchtbarkeit steigern und neue Pflanzen wachsen lassen.

Nichts ist für ewig – aber alles beginnt wieder von vorne

Kaum ist der Kuhfladen am Boden abgelegt, beginnt auch schon der unausweichliche Alterungs- und Zerkrümelungssprozess. In dem trocknenden Fladen entwickeln sich viele Arten von Pilzen, Hefen und Bakterien, zu denen sich Insekten, wie Tausendfüßler oder Regenwürmer gesellen, die die Zersetzung des Fladens beschleunigen und dieser allmählich als Dünger in den Boden gelangt. Durch die natürliche Düngung des Fladens wächst rundherum meist üppig das Gras, es entstehen unterschiedlichste Grasnarbenhöhen, sogenannte „Geilstellen“, welche Heimat und Schutz für viele verschiedene Schmetterlinge, Käfer oder Wanzen bieten. In der Folgezeit wachsen an diesen Stellen wieder Gräser und Heublumen, die wiederum von Kühen gefressen, verdaut und anderenorts als frischer Kuhfladen ausgeschieden werden und neuen Insekten ein einzigartiges Biotop bieten.

Darum sind die Kuh und ihr Fladen wichtig für die Artenvielfalt

Die Kühe sind aus der Geschichte der Graslandschaften nicht mehr wegzudenken, sie waren die letzten Jahrtausende maßgeblich an der Bildung von fruchtbarem und Co²-speichernden Humusboden beteiligt und trugen dazu bei, dass weltweit etwa ein Drittel des globalen Kohlenstoffs in den Wiesen gespeichert ist.    

Gerade in der Heuwirtschaft wird die Verantwortung für den Erhalt der Artenvielfalt auf unseren heimischen Wiesen ernst genommen, weil sie besonders wichtig für die Gesundheit von Tieren und Menschen ist. Die Kühe leisten hierbei einen wichtigen Beitrag, erzeugen bestimmte Muster von Vegetationsstrukturen und prägen den Lebensraum von vielen Pflanzen- und Insektenarten. Die Wiesen sind somit ein unverzichtbarer Teil der Lebensgrundlage von uns Menschen, bei dem die Zusammenhänge zwischen der Entwicklung der verschiedenen Lebewesen oftmals in Vergessenheit geraten sind.

Heuschrecken, Schmetterlinge & Co brauchen Kühe und der Kuhfladen wird zum Sinnbild einer ewigen Kreislaufwirtschaft und der Erhaltung wichtiger Funktionen im Ökosystem.